Ratgeber Speicher

Was Sie über den Erwerb von Warmwasserspeichern wissen müssen

Warmwasserspeicher sind praktische Geräte, die warmes Wasser auf Vorrat produzieren und es rund um die Uhr verfügbar machen. Im Gegensatz zum Durchlauferhitzer, der Wasser erst erwärmt, wenn der Wasserhahn geöffnet wird, ermöglichen Warmwasserspeicher sofortigen Zugang zu warmem Wasser. Die Wahl zwischen einem Durchlauferhitzer und einem Warmwasserspeicher hängt daher von den individuellen Bedürfnissen ab: Gelegentlicher Bedarf an warmem Wasser spricht für den Durchlauferhitzer, während ein kontinuierlicher Bedarf für einen Warmwasserspeicher spricht.

Wichtige Kriterien beim Kauf eines Warmwasserspeichers

Beim Kauf eines Warmwasserspeichers gibt es einige wichtige Kriterien zu beachten. Dazu gehören:

  1. Nennvolumen: Das Nennvolumen gibt an, wie viel Warmwasser der Speicher maximal speichern kann. Es sollte an den individuellen Bedarf angepasst sein. Für eine vierköpfige Familie sollte ein Speicher mit einem Nennvolumen von mindestens 200 Litern gewählt werden.
  2. Funktion: Warmwasserspeicher können für die Bereitstellung von Warmwasser für die Brauchwasserversorgung oder auch für die Trinkwasserversorgung verwendet werden. Für die Trinkwasserversorgung sind besondere hygienische Anforderungen zu erfüllen.
  3. Heizung: Warmwasserspeicher können mit verschiedenen Heizsystemen betrieben werden. Die gängigsten Heizungssysteme sind:
  4. Elektrospeicher: Elektrospeicher werden mit Strom erwärmt. Sie sind relativ kostengünstig in der Anschaffung, aber auch im Betrieb.
  5. Gasspeicher: Gasspeicher werden mit Gas erwärmt. Sie sind effizienter als Elektrospeicher, aber auch teurer in der Anschaffung.
  6. Solarspeicher: Solarspeicher werden mit Sonnenenergie erwärmt. Sie sind umweltfreundlich und kostengünstig im Betrieb, aber sie benötigen eine Solaranlage.
  7. Isolation: Die Isolation des Warmwasserspeichers ist wichtig, um Wärmeverluste zu reduzieren. Eine gute Isolation verlängert die Lebensdauer des Speichers und spart Energiekosten.
  8. Korrosionsschutz: Der Speicher sollte aus einem korrosionsbeständigen Material hergestellt sein. Die gängigsten Materialien sind Edelstahl und emaillierter Stahl.

Zusätzlich zu diesen Kriterien können noch weitere Faktoren bei der Auswahl eines Warmwasserspeichers berücksichtigt werden, wie z. B.:

  • Energieeffizienz: Die Energieeffizienz eines Warmwasserspeichers wird mit dem Energielabel gekennzeichnet. Das Label gibt an, wie effizient der Speicher Wärme umwandelt.
  • Bedienung: Die Bedienung des Speichers sollte einfach und intuitiv sein.
  • Garantie: Die Garantie des Speichers sollte ausreichend lang sein.

Bei der Auswahl eines Warmwasserspeichers ist es wichtig, alle wichtigen Kriterien zu berücksichtigen. So kann ein Speicher gewählt werden, der den individuellen Bedarf optimal erfüllt und langfristig wirtschaftlich ist.

Die richtige Dimensionierung des Speichers

Die Auswahl der richtigen Größe für einen Warmwasserspeicher ist entscheidend, um den Bedarf zu decken und gleichzeitig Energie zu sparen. Die DIN 4708 bietet Richtlinien zur Dimensionierung, aber einige Faustregeln können als grobe Schätzung dienen:

Die richtige Dimensionierung des Warmwasserspeichers ist wichtig, um sicherzustellen, dass immer ausreichend Warmwasser zur Verfügung steht. Ein zu kleiner Speicher führt zu Engpässen, während ein zu großer Speicher unnötig hohe Kosten verursacht.

Die Dimensionierung des Speichers sollte an den individuellen Bedarf angepasst werden. Dabei sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Anzahl der Personen im Haushalt: Für jede Person sollte ein Speichervolumen von ca. 30 bis 50 Litern pro Tag berücksichtigt werden.
  2. Verbrauchsgewohnheiten: Wer viel duscht und kocht, benötigt mehr Warmwasser als jemand, der nur selten duscht und kocht.
  3. Heizungssystem: Die Heizleistung des Warmwasserspeichers sollte an die Heizleistung des Heizungssystems angepasst sein.
Beispiel

Eine vierköpfige Familie mit durchschnittlichem Verbrauchsverhalten benötigt einen Speicher mit einem Volumen von ca. 240 bis 400 Litern.

Eine Ein-Personen-Haushalt mit sparsamen Verbrauchsverhalten kann mit einem Speicher mit einem Volumen von ca. 120 bis 200 Litern auskommen.

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierungshilfe für die Dimensionierung des Speichers:

Die richtige Dimensionierung des Speichers ist wichtig, um Energie zu sparen und ausreichend warmes Wasser zur Verfügung zu haben.

Bei der Dimensionierung des Speichers ist es auch wichtig, die Wärmeverluste zu berücksichtigen. Diese können durch eine gute Isolation des Speichers reduziert werden.

Die folgenden Tipps helfen bei der richtigen Dimensionierung des Warmwasserspeichers:

  1. Berechnen Sie den individuellen Bedarf: Dazu können Sie z. B. einen Online-Rechner verwenden.
  2. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten: Ein Fachmann kann Ihnen bei der Auswahl des richtigen Speichers helfen.
  3. Achten Sie auf die Qualität: Ein qualitativ hochwertiger Speicher ist in der Regel effizienter und hat eine längere Lebensdauer.

Verschiedene Montagearten und ihre Verwendung

Warmwasserspeicher sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Die Wahl der Montageart hängt von der Art des Speichers, dem Untergrund und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Standspeicher

Standspeicher sind die häufigste Art von Warmwasserspeichern. Sie sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich und können sowohl für die Brauchwasserversorgung als auch für die Trinkwasserversorgung eingesetzt werden. Standspeicher werden in der Regel auf einem Sockel oder auf einem Fundament montiert.

Kombispeicher

Kombispeicher sind eine Kombination aus Warmwasserspeicher und Heizkessel. Sie können mit Solarwärme oder Wärmepumpen kombiniert werden und bieten eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Warmwasserbereitung. Kombispeicher werden in der Regel auf einem Sockel oder auf einem Fundament montiert.

Wandspeicher

Wandspeicher sind eine kleinere Variante von Standspeichern. Sie sind in der Regel mit einem Fassungsvermögen von 30 bis 150 Litern erhältlich und werden an der Wand montiert. Wandspeicher können sowohl für die Brauchwasserversorgung als auch für die Trinkwasserversorgung eingesetzt werden.

Kleinspeicher

Kleinspeicher sind die kleinste Art von Warmwasserspeichern. Sie sind in der Regel mit einem Fassungsvermögen von 5 bis 15 Litern erhältlich und werden in der Küche, im Badezimmer oder im Gäste-WC eingesetzt. Kleinspeicher werden in der Regel an der Wand montiert.

Die Montageart des Speichers hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Die Wahl der richtigen Montageart

Bei der Wahl der richtigen Montageart sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Art des Speichers: Die Montageart hängt von der Art des Speichers ab. So können z. B. nicht alle Speicher auf dem Dach montiert werden.
  2. Untergrund: Die Montageart hängt auch vom Untergrund ab. So können z. B. nicht alle Speicher auf einem Flachdach montiert werden.
  3. Örtliche Gegebenheiten: Die Montageart hängt auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. So können z. B. nicht alle Speicher in einer bestimmten Höhe montiert werden.

Im folgenden Kapitel sind ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Montagearten aufgeführt.

Aufdachmontage

Die Aufdachmontage ist die häufigste Montageart für Warmwasserspeicher auf Schrägdächern. Bei dieser Montageart werden die Speicher auf die Dachziegel aufgesetzt und mit Befestigungselementen fixiert. Die Aufdachmontage ist eine relativ einfache Montageart, die sich für alle Arten von Warmwasserspeichern eignet.

Indachmontage

Die Indachmontage ist eine Alternative zur Aufdachmontage. Bei dieser Montageart werden die Speicher in die Dacheindeckung integriert. Die Dacheindeckung wird dabei entweder komplett entfernt oder durch spezielle Indach-Module ersetzt. Die Indachmontage ist eine etwas aufwändigere Montageart, die sich jedoch für alle Arten von Warmwasserspeichern eignet.

Sockelmontage

Die Sockelmontage ist eine Montageart für Warmwasserspeicher auf Flachdächern oder anderen ebenen Flächen. Bei dieser Montageart wird ein Sockel aus Beton oder anderen Materialien gegossen, auf dem der Speicher dann aufgestellt wird. Die Sockelmontage ist eine relativ einfache Montageart, die sich für alle Arten von Warmwasserspeichern eignet.

Wandmontage

Die Wandmontage ist eine Montageart für Warmwasserspeicher an einer Wand. Bei dieser Montageart werden die Speicher mit Befestigungselementen an der Wand befestigt. Die Wandmontage ist eine relativ einfache Montageart, die sich für alle Arten von Warmwasserspeichern eignet.

Unterflurmontage

Die Unterflurmontage ist eine Montageart für Warmwasserspeicher im Keller oder anderen unterirdischen Räumen. Bei dieser Montageart wird der Speicher in eine Grube eingebaut und mit einem Deckel versehen. Die Unterflurmontage ist eine etwas aufwändigere Montageart, die sich jedoch für alle Arten von Warmwasserspeichern eignet.

Temperaturregelung und Sicherheit

Warmwasserspeicher ermöglichen eine individuelle Temperatureinstellung, wobei höhere Temperaturen wie 60 Grad Celsius zum Abtöten von Keimen beitragen. Dennoch sollte die Temperatur nicht ständig auf maximal eingestellt werden, da dies den Energieverbrauch erhöht.

Temperaturregelung

Die Temperaturregelung eines Warmwasserspeichers ist wichtig, um die Sicherheit und den Komfort zu gewährleisten. Die Warmwassertemperatur sollte in der Regel zwischen 55 und 65 Grad Celsius liegen. Diese Temperatur ist ausreichend, um Bakterien abzutöten, ohne jedoch Verbrühungen zu verursachen.

Manuelle Regelung

Bei der manuellen Regelung wird die Temperatur mit einem Thermostat eingestellt. Das Thermostat ist ein Gerät, das die Temperatur des Wassers misst und die Heizung ein- oder ausschaltet, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Manuelle Thermostate sind in der Regel preiswert und einfach zu bedienen.

Automatische Regelung

Bei der automatischen Regelung wird die Temperatur durch einen Temperaturfühler gemessen und automatisch geregelt. Der Temperaturfühler misst die Temperatur des Wassers und gibt diese Information an einen Regler weiter. Der Regler schaltet die Heizung ein oder aus, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Automatische Regelungssysteme sind in der Regel teurer als manuelle Systeme, aber sie bieten mehr Komfort und Sicherheit.

Manuelle und automatische Temperaturreglungen helfen dabei Energie zu sparen.
Vorteile der automatischen Temperaturregelung
  • Die Temperatur wird konstant gehalten, auch wenn die Wasserentnahme variiert.
  • Es besteht weniger Gefahr von Verbrühungen, da die Temperatur nicht manuell eingestellt werden muss.
  • Die Lebensdauer des Warmwasserspeichers wird verlängert, da die Heizung nicht unnötig eingeschaltet wird.
Nachteile der automatischen Temperaturregelung
  • Die Systeme sind teurer als manuelle Systeme.
  • Sie können fehleranfälliger sein als manuelle Systeme.

Sicherheit

Warmwasserspeicher sind mit verschiedenen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet, um Unfälle zu verhindern. Zu den wichtigsten Sicherheitseinrichtungen gehören:

Sicherheitstemperaturbegrenzer (STB): Der STB ist eine Sicherheitseinrichtung, die die Temperatur des Warmwassers bei 110 Grad Celsius begrenzt. Wird diese Temperatur überschritten, schaltet der STB die Heizung ab. Der STB ist eine sehr wichtige Sicherheitseinrichtung, da er verhindert, dass das Wasser im Speicher überhitzt und explodiert.

Sicherheitstemperaturbegrenzer (STB) für Warmwasserspeicher

Sicherheitsventil: Das Sicherheitsventil ist eine Sicherheitseinrichtung, die überschüssiges Wasser ablässt, wenn der Druck im Warmwasserspeicher zu hoch wird. Das Sicherheitsventil ist ebenfalls wichtig, um Schäden am Speicher und an der Leitung zu verhindern.

Sicherheitsventil für Warmwasserspeicher

Magnetventil: Das Magnetventil ist eine Sicherheitseinrichtung, die den Durchfluss von Warmwasser unterbricht, wenn der Druck im Warmwasserspeicher zu niedrig wird. Das Magnetventil verhindert, dass das Wasser im Speicher zu heiß wird, wenn die Heizung ausgeschaltet ist.

Wartung der Sicherheitseinrichtungen

Die Sicherheitseinrichtungen des Warmwasserspeichers sollten regelmäßig überprüft und gewartet werden. Die Überprüfung sollte mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden. Bei der Überprüfung sollte überprüft werden, ob die Sicherheitseinrichtungen ordnungsgemäß funktionieren. Bei Bedarf sollten die Sicherheitseinrichtungen ausgetauscht werden.

Fazit

Die Auswahl eines Warmwasserspeichers erfordert sorgfältige Überlegung, um den persönlichen Bedarf an warmem Wasser zu decken und gleichzeitig energieeffizient zu sein. Die Berücksichtigung von Speichergröße, Beheizungsmethode, Bauweise und Verwendungszweck hilft dabei, die richtige Wahl zu treffen und den Komfort im Haushalt zu maximieren.

Über den Autor

Thomas Regli ist der Gründer und Namensgeber von Regli sowie Pionier und Experte der Thermodynamik mit jahrzehntelanger Expertise in den Bereichen Kältetechnik, Heizungstechnologie und Hydraulik. Als Erfinder der NovaAir Wärmepumpe hat er bereits 2017 einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung hocheffizienter Wärmepumpen mit R290 Propan erreicht.

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